Neuer kindgerechter Narkose-Einleitungsraum im Diak Klinikum Schwäbisch Hall
Kinder und Narkose – das kann in vielen Krankenhäusern eine angespannte Situation sein. Nicht so im Diak Klinikum in Schwäbisch Hall: Das Team um Anästhesie-Chefarzt Professor Dr. Thomas Wiesmann legt seit jeher größten Wert darauf, Kindern vor einer Operation die Angst zu nehmen. Dabei hilft nun eine neue, fantasievoll gestaltete Umgebung – ein bunter Dschungel, der den bislang nüchternen Narkose-Einleitungsraum in eine lebendige Abenteuerwelt verwandelt.
Jährlich werden im Diak Klinikum mehrere Hundert Kinder und Jugendliche operiert. Besonders in der Kindertraumatologie nimmt das Krankenhaus eine wichtige Rolle ein: Zwischen Heilbronn und Nürnberg ist es die einzige Klinik, die rund um die Uhr auch komplexe Erkrankungen und Verletzungen im Kindesalter versorgen kann. „Dass Kinder vor einer Operation Angst haben, ist völlig normal“, sagt Prof. Wiesmann, selbst dreifacher Vater. „Doch wir nehmen diese Angst ernst. Unser Ziel ist, den kleinen Patientinnen und Patienten Sicherheit und Geborgenheit zu vermitteln – ebenso ihren Eltern.“
Ein zentrales Element der kindgerechten Vorbereitung ist eine „Schatzsuche“, die vom ambulanten OP-Zentrum bis in den Narkose-Einleitungsraum führt. Auf ihrem Weg begegnen die Kinder immer wieder den beiden Tierfiguren Lisette, dem Känguru, und Julius, dem Beuteltiger – geschaffen vom Haller Illustrator Frank Benkowitz. Seit 2014 sind sie die sympathischen Botschafter des Fördervereins der Klinik für Kinder und Jugendliche. Ziel ihrer gemeinsamen Reise ist schließlich der Dschungelraum, in dem die Narkose eingeleitet wird.
Eltern dürfen ihre Kinder auf diesem Weg begleiten und bleiben bis zum Einschlafen dabei – auf Wunsch auch im Arm haltend. Doch häufig vergessen die Kinder im neuen Raum ihre Aufregung schnell: überall gibt es etwas zu entdecken, von einer Schatztruhe bis hin zu Julius, dem Beuteltiger an der Wand. Gestaltet wurde der Raum vom Haller Graffiti-Künstler Richard Koch, der die Motive von Frank Benkowitz kunstvoll in Szene gesetzt hat.
Bei einer kleinen Einweihungsfeier lobten zahlreiche Gäste die gelungene Umgestaltung. Neben den Chefärzten Professor Dr. Wiesmann (Klinik für Anästhesiologie, operative Intensivmedizin und Schmerztherapie), Professor Dr. Andreas Holzinger (Kinderklinik) und dem Ärztlichen Direktor (Chefarzt der Gefäßchirurgie), Professor Dr. Claus-Georg Schmedt, nahmen auch Pflegeteams, die beiden Künstler und Vertreterinnen des Fördervereins teil. Dessen Vorsitzende Isabell Rathgeb sprach von einer „fantastischen Verbindung aus moderner Medizin und kindgerechter Atmosphäre“. Ihre Stellvertreterin Gisela Breitschwerdt betonte, dass der Verein das Projekt weitgehend finanziert habe.
Chefarzt Wiesmann hob hervor, dass trotz der fantasievollen Umgebung alle medizinischen Standards uneingeschränkt erfüllt bleiben: „Auch wenn wir uns hier im Dschungel wähnen, ist dieser Raum selbstverständlich ein vollwertiger medizinischer Arbeitsbereich, der den höchsten Anforderungen an die Kinderanästhesie genügt.“
Jan Dressler, Leiter der Anästhesiepflege, ergänzte: „Die neue Umgebung hilft uns sehr, Kinder behutsam und angstfrei auf die Narkose vorzubereiten.“ Und wenn die kleinen Patientinnen und Patienten wieder aufwachen, dürfen Mama oder Papa gleich wieder dabei sein – samt „Tapferkeitsurkunde“ und dem mittlerweile berühmten Eis nach der Narkose. Kein Wunder also, dass manche Kinder schon gefragt haben, wann sie wiederkommen dürfen.
Bildunterschrift:
Mit einer kleinen Feier wurde der neu gestaltete Narkose-Einleitungsraum im Diak Klinikum eröffnet. Über den bunten Dschungelraum freuen sich Ärzteschaft, Pflegepersonal und der Förderverein der Kinderklinik, der das Projekt weitgehend finanziert Foto: Diak Klinikum