„Im Alltag kaum etwas“, antwortet Dr. Bernhard Brehmer, Chefarzt der Urologischen Klinik im Diak Klinikum, auf die Frage, was sich denn seit der Berufung zum Professor geändert hat. Und doch freut sich der Mediziner sehr über die Auszeichnung, denn sie kommt nicht von irgendeiner Uni, sondern von der Aachener Universität, die im Rahmen der Exzellenzstrategie des Bundes gefördert wird und als Elite-Forschungsuniversität in Deutschland gilt.
„Faszinierend“, so beschreibt Bernhard Brehmer den Arztberuf. Menschen in großer Not helfen zu können, sei sehr erfüllend und immer wieder ein Erlebnis, das ihn tief berührt. Mit der Urologie ist er schon früh in Berührung gekommen, denn sein Vater Bernd war Urologe, zuletzt als Chefarzt im Krankenhaus in Velbert. Sohn Bernhard hat ihm nachgeeifert, hat seine medizinische Karriere am Universitätsklinikum Aachen absolviert, war dort bis 2014 Leitender Oberarzt in der Urologie und ist dann als Chefarzt ins Diak Klinikum in Schwäbisch Hall gewechselt– und darf nun den Titel Professor tragen.
Die Universität in Aachen ist bekannt für ihre Forschungsexcellenz. Auch deshalb hat Brehmer viele Jahre im dortigen Uni-Klinikum verbracht, hat dort wissenschaftlich gearbeitet und viel publiziert. Schon in jungen Jahren war er als Stipendiat an der renommierten Harvard Medical School, war Mitarbeiter des legendären Professors Dr. Anthony Atala. Der US-Mediziner entwickelte das erste im Labor gezüchtete Organ (eine Harnblase), das einem Menschen implantiert wurde und erfand zudem eine experimentelle Technologie, mit der menschliches Gewebe bedarfsgerecht im 3D-Druckverfahren hergestellt werden kann. Die Zeit in den USA hat Brehmer tief beeindruckt und so ist ihm Forschung und Lehre bis heute überaus wichtig. Kein Wunder also, dass er auch in diesem Jahr beim weltweit größten Urolo-Onkologischen-Kongress in den USA dabei war.
In welcher Liga das Diak Klinikum mittlerweile spielt, zeigt sich auch daran, dass Professor Brehmer nicht nur ein gefragter Experte in der Uro-Onkologie ist, also in der medizinischen Fachrichtung, die sich mit Krebserkrankungen des Harntrakts beschäftigt. Brehmer ist nicht nur Experte, er ist Meinungsbildner, also ein Mediziner, der an Standardwerken mitwirkt. Konkret: Brehmer schreibt an der S3-Leitlinie zum Nierenzellkarzinom mit. Diese Leitlinie, herausgegeben von der Deutschen Krebsgesellschaft, der Deutschen Krebshilfe und der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften, ist der medizinische Standard schlechthin für Diagnostik, Therapie und Nachsorge in Deutschland.
Und was macht Professor Brehmer im Diak? Er leitet, wie er selbst sagt, eine Urologische Klinik „mit allem Drum und Dran“. Der Chefarzt beschreibt es so: „Wir behandeln Patienten mit Erkrankungen der Harnorgane und der männlichen Geschlechtsorgane, es wird das gesamte diagnostische und therapeutische Leistungsspektrum der modernen Urologie angeboten. Im Vordergrund steht die Behandlung von sämtlichen urologischen Krebserkrankungen sowie von Prostataerkrankungen, Steinleiden, angeborenen Fehlbildungen.“
Das Einzige, was Brehmer nicht mehr macht, sind Nierentransplantationen. Arbeit gibt es aber auch so mehr als genug, denn allein die Zahl der urologischen Krebserkrankungen ist hoch: Mehr als 30 Prozent aller Krebserkrankungen in Deutschland. Wie bedeutsam die Urologie im Diak Klinikum ist, lässt sich auch daran festmachen, dass sie bereits 1946 gegründet worden ist und damit eine der ältesten selbständigen Urologischen Kliniken in Württemberg ist.
Bildunterschrift:
Seit 2014 ist Dr. Bernhard Brehmer Chefarzt der Urologischen Klinik im Diak Klinikum – jetzt wurde er zum Professor berufen. Foto: Diak Klinikum