Der enge Austausch zwischen Krankenhaus-Medizinern und niedergelassenen Ärzten ist für beide Seiten wichtig – davon sind die Gastroenterologie-Chefärzte der Kliniken im Landkreis, Privatdozent Dr. Holger Schäffler (Diak Klinikum Schwäbisch Hall) und Dr. Bernhard Braun (Klinikum Crailsheim) zutiefst überzeugt. Und haben deshalb kürzlich zum 2. Hohenloher CED-Zirkel eingeladen. Die Resonanz war enorm, mehr als 70 Gäste kamen zu der Fortbildungsveranstaltung ins Hotel Hohenlohe.
Die Kürzel CED und MASLD standen im Mittelpunkt des Abends. Sie stehen für Erkrankungen, die immer mehr Menschen betreffen, die, so die beiden Chefärzte, „von hoher Relevanz“ in Arztpraxen und Krankenhäusern sind, für chronisch entzündliche Darmerkrankungen und für die metabolische Dysfunktions-assoziierte steatotische Lebererkrankung. Wie relevant diese Erkrankungen mittlerweile sind, machten die beiden Gastroenterologen auch mit ihrer Wortwahl deutlich: Laut Schäffler ist eine „Lawine“ ins Rollen gekommen, Braun sieht eine „Welle“ auf Praxen und Kliniken zukommen.
Bei den CED-Erkrankungen stehen Morbus Crohn und Colitis ulcerosa im Mittelpunkt. Mittlerweile, so Dr. Schäffler vom Diak Klinikum, stehen hochwirksame Medikamente für die Behandlung zur Verfügung. Wichtig sei aber auch, dass die Betroffenen auf ihre Ernährung achten, sie auf ultraprozessierte Nahrungsmittel aus dem Supermarkt so weit wie möglich verzichten und auf Lebensmittel vom Markt zurückgreifen. Für den Chefarzt steht außer Zweifel, dass „Ernährung in der CED-Therapie eine große Rolle spielt“.
Auch bei MASLD, also bei der metabolischen Dysfunktion-assoziierten steatotischen Lebererkrankung, gibt es neue Therapieoptionen, führte Dr. Braun vom Klinikum Crailsheim aus. MASLD ist die moderne Bezeichnung für Fettleber, die nicht primär durch Alkohol verursacht ist. Sie ist vielmehr eng mit metabolischen Risikofaktoren verbunden, etwa Übergewicht, Typ-2-Diabetes oder Bluthochdruck. Für den Chefarzt aus Crailsheim steht fest, dass gesunde Ernährung und Gewichtsreduktion auch bei der MASLD-Therapie eine wesentliche Rolle spielen. Beide Mediziner hoben hervor, dass die Eigenverantwortung der Erkrankten eine gewichtige Rolle in der Therapie spielt, Medikamente allein könnten die Probleme nicht lösen.
Mit Fallbeispielen aus den Krankenhäusern in Crailsheim und Schwäbisch Hall vertieften die Ärzte Sergiu Betiu und Rufat Badalov die CED- und MASLD-Thematik, bevor Daniel Reidel, Oberarzt in der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, darüber informierte, dass im Diak Klinikum wieder ein Darmkrebszentrum aufgebaut wird („ein Haus unserer Größe sollte ein solches Zentrum einfach haben“). Ein Darmkrebszentrum gab es am Diak schon 2011 bis 2019, doch dann endete die Zertifizierung und wurde seither nicht erneuert.
Nachdem rund zweistündigen Austausch mit den Kolleginnen und Kollegen aus Arztpraxen zeigten sich die die beiden Organisatoren Dr. Schäffler und Dr. Braun sehr angetan von der Veranstaltung und waren sich sicher: „Es wird einen 3. CED-Zirkel geben.“
Bildunterschrift:
Diese vier Ärzte aus den beiden Kliniken im Landkreis informierten niedergelassene Kolleginnen und Kollen über CED und MASLD: PD Dr. Holger Schäffler, Rufat Badalov, Dr. Sergiu Betiu und Dr. Bernhard Braun (von links).
Foto: Diak Klinikum