Weiterhin in der Champions League

Gesundheitswesen Dank der Gaildorfer Schick Stiftung kann die robotergestützte Chirurgie im Diak Klinikum weiterentwickelt werden.

„Das ist wie ein Sechser im Lotto“, freut sich Professor Dr. Stefan Huber-Wagner, Chefarzt der Klinik für Unfallchirurgie, Wirbelsäulenchirurgie und Alterstraumatologie, über die nachhaltige Förderung des roboterassistierten Operierens im Diak Klinikum durch die in Gaildorf ansässige Stiftung. Insgesamt unterstützt die Gerhard und Ilse Schick Stiftung die Robotic Suite im Diak mit mehr als vier Millionen Euro und ermöglicht so medizinische Spitzenleistung im Haller Krankenhaus.

Die Halswirbelsäule ist ein wichtiger, aber auch verletzungsanfälliger Teil des Körpers. Wer in dieser Region operiert, wie etwa Professor Huber-Wagner, muss scharfe Augen und eine ruhige Hand haben – und jede Menge Erfahrung. Trotzdem kommt sich der Chirurg manchmal vor wie ein Artist auf dem Hochseil – die kleinste Ungenauigkeit kann fatale Folgen haben. Umso mehr freut er sich darüber, dass er über eine Robotic Suite verfügt, ein hochmodernes System, das es weltweit nur in wenigen Krankenhäusern gibt. Und noch größer ist seine Freude darüber, dass die in Gaildorf ansässige Schick Stiftung diese Form des roboterassistierten Operierens seit 2022 finanziell unterstützt und es dem Diak Klinikum ermöglicht, „in der Champions League zu spielen“, so Chefarzt Huber-Wagner, der in Medien als „weltweit gefragte Koryphäe“ bezeichnet wird. Er gehört weltweit zu den erfahrensten Medizinern im Bereich der computergestützten und roboterassistierten Chirurgie.

Dass das so bleibt, verdankt das Diak Klinikum der Stiftung von Gerhard und Ilse Schick. Für deren Engagement ist der Chirurg „unendlich dankbar“, und auch Landrat Gerhard Bauer ist voll des Lobes über das Engagement der Stiftung, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, „zukunftsweisende Projekte“ zu unterstützen – auch im Bereich des Gesundheitswesens. Was dem Landrat besonders imponiert, ist der nachhaltige Ansatz der Stiftung. Wenn sie in ein Projekt einsteigt, wird es oft über Jahre gefördert, was auch beim Diak Klinikum der Fall ist. Dazu kommt das persönliche Engagement der Stifterin Katrin Schick und ihres Ehemannes Jürgen Hinderer. Und so war Jürgen Hinderer auch dabei, als unlängst eine Delegation des Diak Klinikums sich bei der Firma Brainlab in München die neueste Zukunftstechnologie für den digitalen Operationssaal anschaute.

Wie wichtig dem international renommierten Unternehmen die im Diak Klinikum installierte Robotic Suite ist und wie sehr es an deren Weiterentwicklung interessiert ist, zeigte sich daran, dass man sich für die Delegation aus Schwäbisch Hall einen ganzen Tag Zeit nahm und die Besucher von hochrangigen Mitarbeitern betreut wurden -und sogar Firmengründer Stefan Vilsmeier vorbeischaute. Beim Rundgang durch das Unternehmen wurden der Diak-Delegation „faszinierende Einblicke“ (so Diak-Geschäftsführer Werner Schmidt) in die OP-Welt der Zukunft gewährt. Dass das Diak Klinikum Teil dieser Zukunft sein kann, weil erstklassige Mediziner wie Professor Huber-Wagner dort arbeiten und das Krankenhaus über Jahre hinweg mit Millionenbeträgen seitens der Schick Stiftung unterstützt wird, löst bei Schmidt „tiefe Dankbarkeit“ aus. Und steigert seine Zuversicht, dass das Diak Klinikum auch in den kommenden Jahren eine gute Position in einer sich dramatisch ändernden Krankenhaus-Landschaft behaupten kann.

Seit nun schon vier Jahren arbeitet Professor Huber-Wagner in der Robotic Suite, zu der neben einem robotischen Assistenzarm eine intraoperative Bildgebung, eine 3D-Navigation und Virtual-Reality-Brillen gehören, und noch immer kommt er ins Schwärmen, wenn er über das von Brainlab entwickelte Robotiksystem spricht. Es habe die Welt der Wirbelsäulen-Chirurgie geradezu revolutioniert, berichtet er, ist begeistert von der millimetergenauen Präzision, mit der das System arbeitet. Auffälligster Teil des Systems ist der Roboterarm – der aber nicht den Chirurgen ersetzt, wie Huber-Wagner betont, sondern nur dafür sorgt, dass die Schrauben genau dort gesetzt werden, wo sie hingehören. Bei inzwischen mehr als 400 Operationen in der Robotic Suite hat er rund 2500 Schrauben in Wirbelsäulen und Becken angebracht, und noch keine einzige musste korrigiert werden.

 

 

Bildunterschrift:

Jürgen Hinderer von der Gerhard und Ilse Schick Stiftung, Thomas Grumann, Klinischer Direktor des Diak Klinikums und Werner Schmidt, Geschäftsführer der Kliniken des Landkreises (von rechts) bekamen beim Rundgang durch das Medizintechnik-Unternehmen Brainlab in München Einblicke in die Zukunft des roboterassisierten Operierens. Foto: privat

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