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Neurologische Funktionsdiagnostik

Die neurologische Funktionsdiagnostik umfasst eine Reihe von Untersuchungen, die dazu dienen, Erkrankungen des Nervensystems zu erkennen und zu überwachen. Diese Tests sind wichtig, um die Funktion von Gehirn, Nerven und Muskeln zu überprüfen und mögliche Störungen zu diagnostizieren. Hier werden einige der wichtigsten Untersuchungstechniken erklärt, die bei neurologischen Untersuchungen zum Einsatz kommen.

 

1. Elektroenzephalographie (EEG)

Das EEG ist eine Untersuchung, bei der die elektrische Aktivität des Gehirns gemessen wird. Dabei werden Elektroden auf der Kopfhaut angebracht, die die elektrischen Signale des Gehirns aufzeichnen.

  • Indikation: Das EEG wird häufig eingesetzt, um Epilepsie, Schlafstörungen oder Hirnfunktionsstörungen zu diagnostizieren.
  • Ablauf: Der Patient sitzt oder liegt ruhig, während Elektroden auf der Kopfhaut angebracht werden. Diese sind mit Drähten verbunden, die die Gehirnströme aufzeichnen.
  • Dauer: Eine EEG-Untersuchung dauert in der Regel 20 bis 30 Minuten.
  • Risiken: Das EEG ist eine risikofreie Untersuchung, die keine Schmerzen verursacht.

 

2. Elektroneurographie (NLG)

Die Elektroneurographie misst die Geschwindigkeit und Stärke der elektrischen Signale, die durch die Nerven im Körper laufen.

Indikation: Diese Untersuchung wird häufig bei Nervenverletzungen, Nervenentzündungen oder Polyneuropathien durchgeführt.

  • Ablauf: Kleine Elektroden werden an verschiedenen Stellen des Körpers aufgebracht. Ein schwacher elektrischer Impuls wird an einen Nerv gesendet, und die Reaktion des Nervs wird gemessen.
  • Dauer: Eine NLG dauert in der Regel etwa 20 bis 30 Minuten.
  • Risiken: Es können leichte, vorübergehende Schmerzen oder ein unangenehmes Gefühl auftreten, wenn die Stromimpulse abgegeben werden.

 

3. Elektromyographie (EMG)

Die Elektromyographie misst die elektrische Aktivität der Muskeln und hilft, Muskelerkrankungen oder Nervenstörungen zu diagnostizieren.

Indikation: Das EMG wird verwendet, um Muskelkrankheiten, neuromuskuläre Störungen (z. B. Myasthenie oder ALS) und Nervenkompressionssyndrome zu erkennen.

  • Ablauf: Dünne Nadeln werden in den Muskel eingeführt, um die elektrische Aktivität zu messen. Der Patient wird gebeten, den Muskel anzuspannen, während die Nadeln die Aktivität aufzeichnen.
  • Dauer: Eine EMG-Untersuchung dauert in der Regel 20 bis 30 Minuten.
  • Risiken: Die Untersuchung ist etwas unangenehm und kann kleinere Schmerzen verursachen, da Nadeln in den Muskel eingeführt werden. Infektionen sind sehr selten.

 

 

4. Evozierte Potenziale (MEP, SSEP)

Evozierte Potenziale messen die Reaktion des Gehirns oder Rückenmarks auf Reize wie Licht, Geräusche oder elektrische Impulse.

  • Indikation: Diese Untersuchungen werden zur Diagnose von Multiple Sklerose, Rückenmarkserkrankungen oder Schädigungen des Nervensystems nach einem Unfall oder Schlaganfall eingesetzt.
  • Ablauf: Bei den motorischen evozierte Potenzialen (MEP) werden elektrische Impulse an die Muskulatur gesendet und die Reaktion des Gehirns gemessen. Bei den sensorischen evozierte Potenzialen (SSEP) werden elektrische Reize an bestimmte Körperteile gesendet und die Nervenreaktion erfasst.
  • Dauer: Die Untersuchung dauert in der Regel zwischen 20 und 30 Minuten.
  • Risiken: Die Untersuchung ist schmerzfrei und risikoarm. In seltenen Fällen kann das Anlegen der Elektroden als unangenehm empfunden werden.

 

5. Ultraschall der hirnversorgenden Gefäße (Duplex / Doppler)

Der Ultraschall der hirnversorgenden Gefäße untersucht die Blutversorgung des Gehirns und hilft, Verengungen oder Verschlüsse der Arterien zu erkennen, die das Risiko für Schlaganfälle erhöhen können.

  • Indikation: Diese Untersuchung wird bei Verdacht auf Schlaganfall, Arteriosklerose oder anderen Gefäßerkrankungen durchgeführt.
  • Ablauf: Ein Ultraschallkopf wird an den Hals gelegt, um die Blutströmung in den Halsschlagadern zu messen, die das Gehirn versorgen.
  • Dauer: Der Ultraschall dauert in der Regel 20 bis 30 Minuten.
  • Risiken: Die Untersuchung ist schmerzfrei und mit keinem Risiko verbunden.

 

6. Ultraschall der Nerven

Beim Ultraschall der Nerven wird die Struktur der peripheren Nerven sichtbar gemacht. Dies hilft bei der Diagnose von Nervenkompressionen, Nervenentzündungen oder Tumoren.

  • Indikation: Diese Untersuchung wird eingesetzt, um Karpaltunnelsyndrom, Peroneusparese oder andere nervenbedingte Erkrankungen zu diagnostizieren.
  • Ablauf: Der Arzt nutzt einen Ultraschallkopf, um Bilder von den betroffenen Nervenbereichen zu erzeugen. Der Patient muss während der Untersuchung oft die betroffenen Gliedmaßen bewegen.
  • Dauer: Die Untersuchung dauert in der Regel etwa 15 bis 30 Minuten.
  • Risiken: Es gibt keine bekannten Risiken, da der Ultraschall mit Schallwellen arbeitet, die keine schädlichen Effekte haben.

Ihr Ansprechpartner

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  • Chefarzt Neurologie

    Prof. Dr. med. Benjamin Knier

  • Facharzt für Neurologie, Zusatzbezeichnungen Intensivmedizin, Notfallmedizin, Palliativmedizin; MS Specialist des Kompetenznetzes Multiple Sklerose; DEGUM Stufe 1 Notfallsonographie; Verkehrsmedizinische Qualifikation; Medizinische Begutachtung; Master of Health Business Administration

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