
Neurologische Erkrankungen spielen zunehmend eine wichtige Rolle in der präklinischen und innerklinischen Notfallmedizin. Die rasche Erkennung und Behandlung neurologischer Notfälle ist entscheidend, um schwerwiegende Folgeschäden zu verhindern und die Lebensqualität der betroffenen Patienten zu bewahren. In deutschen Notaufnahmen (Zentralen Notaufnahmen, ZNA) machen neurologische Notfälle einen erheblichen Anteil der Patienten aus. Schätzungen zufolge betreffen sie etwa 15% der Notfälle, wobei viele dieser Zustände akute Situationen sind, die eine schnelle und gezielte Behandlung erfordern. Auf unserer Zentralen Notaufnahme (ZNA) werden alle neurologischen Notfälle behandelt. Unsere neurologischen Ärztinnen und Ärzte sind fester Bestandteil des interdisziplinären Teams der ZNA.
Es gibt eine Reihe von neurologischen Notfällen, die Patienten in die Notaufnahme führen können. Zu den häufigsten gehören:
Die medizinische Behandlung neurologischer Notfälle in einer Zentralen Notaufnahme (ZNA) erfolgt in mehreren Schritten, um schnell eine Diagnose zu stellen und eine zielgerichtete Therapie einzuleiten.
Zunächst wird eine ausführliche Anamnese durchgeführt, bei der der Patient oder seine Angehörigen befragt werden, um mehr über die Symptome, deren Beginn, Verlauf und mögliche Risikofaktoren (wie Bluthochdruck oder Schlaganfall) zu erfahren. Anschließend folgt eine gründliche körperliche Untersuchung, bei der der Arzt neurologische Tests durchführt, wie etwa das Überprüfen der Reflexe, der Muskelkraft, der Sensibilität und der Koordination.
Zur apperativen Diagnostik kommen moderne bildgebende Verfahren wie Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT) zum Einsatz, um strukturelle Veränderungen im Gehirn wie Blutungen oder Ischämien (Verschluss von Blutgefäßen) zu erkennen. Auch eine Blutuntersuchung wird häufig durchgeführt, um andere mögliche Ursachen auszuschließen. Die daraus folgende Therapie wird stets individuell auf die Diagnose und den Zustand des Patienten abgestimmt.